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Sonntag, 22. November 2009

Rote Mühle

Hatte ich erwähnt, dass ich zwei Tage der vergangenen Woche in Paris verbracht habe?
Nein?
Ich habe zwei Tage der vergangenen Woche in Paris verbracht.
In erster Linie der Arbeit wegen.
Teambuilding.
*hüstel*
In zweiter Linie wegen des Amüsemangs.
Als Amüsemang wird schlechthin ein Zustand bezeichnet, in dem man sich amüsiert, sich also entspannt und lustig zurücklehnt und den lieben Gott sich wie denselben in Frankreich fühlen lässt.

Unser Amüsemang war das Moulin Rouge.

Bal du Moulin Rouge

Und, nun, was soll ich sagen - Larousse war durchaus... amused.
Larousse war derart amused, dass ihr bereits nach 10 Minuten Moulin-Rouge-Spektakel die Tränen die Wangen hinunterliefen. Sie sass in der ersten Reihe des Moulin Rouge, die Larousse, trank Chamagner (im stolzen Preis von 90 Euronen pro Nase inbegriffen, "1/2 bouteille par personne") der stark an Rotkäppchen erinnerte oder jedenfalls daran, wie ich mir Rotkäppchensekt immer vorgestellt habe, und lachte ihr Herz raus.
Kennen Sie Peter Frankenfeld?
Nun, das Moulin Rouge ist die Showbühne des Peter Frankenfelds 2009.
Fernsehballet as Fernsehballet can be.

Moulin Rouge

Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass sämtliche Müllerinnen barbusig auftraten. Da es nicht sonderlich kalt war im Ballsaal (was das Moulin Rouge ursprünglich war), das Interesse der Zuschauer aber doch stets auf die Büste und nicht zwingend auf die mehr als künstlich wirkenden Gesichter gelenkt werden sollte, hatten die Damen sich praktischerweise die übrigens äusserst lärmlastigen Perlen gleich in Meterware um den Hals gehängt, so dass die ununterbrochen gereizten Nippel Brustwarzen aufdringlich ins Publikum glotzten.
Und das Publikum zurück.
Ziel erreicht, Girl happy, Publikum happy - und Sekt noch immer schlecht.

Übrigens: Ken LEBT!
Und dass sogar mehrmals!
Ken lief in 10facher Ausführung über die Bühne, hüpfte, sprange, tanzte was das Zeug hielt, konnte sich jedoch kein Lächeln abringen, wahrscheinlich aufgrund der Tatsache, das ab 200g Schminke pro Quadratzentimeter Haut ein Lächeln einfach rein physikalisch nicht mehr möglich ist.
Leider drehten sich die Ken's auf der Showbühne mit solch einer Geschwindigkeit, dass ich nicht mit Sicherheit feststellen konnte, ob auch das lebende Modell mit einem Rücken-Schalter ausgestattet ist, der bei Drücken den rechten Arm herunterschnellen lässt. Von Vorne sah es jedenfalls ganz so aus.

Die Katastrophe Tatsache, bei einem solchen Spektakel in der ersten Reihe zu sitzen, bringt einem interessante Einblicke. Von den Dufteindrücken ganz zu schweigen.
Wussten Sie, dass die Damen im Moulin Rouge einen Schalter am Hintern tragen, mit dem sie die weihnachtliche Rückenbeleuchtung ein- und ausschalten können? Oder dass man als Tänzerin alles an Busen haben darf, solange es ein AA nicht überschreitet und ich ergo hätte mittanzen können?
Interessant auch: die einzig schwarze Tänzerin durfte - wohl um den Unterschied auch für den letzten Honk in Reihe 75 deutlich zu machen - als Einzige mit Körbchengrösse Doppel-D auf die Bühne. Abgesehen von ihrem natürlichen Lachen legte die Gute einen höchst eigenwilligen Tanzstil an den Tag, was nicht nur an ihrer Brustgrösse lag. Nach der zweiten Nummer hatte selbst ich dann begriffen, dass sie wohl eher eine Ersatzfunktion hatte. SO wenig kann kein professionelles Tutti-Frutti-Girlie die Schritte kennen dürfen.

Toll auch die junge Dame, die sich in ein aus dem Boden aufsteigendes Bassin mit drei Anakondas warf, um sich mit den dreien nett im Kreise zu drehen. Abgesehen von der Tatsache, dass sie so gut wie nackt war, genau wie die Anakondas, passierte da nicht wirklich viel. Noch nicht mal gespritzt hat es.

Moulin Rouge

Alles in allem ein interessanter Abend. Vor allem, wenn man sich vorstellt, dass Peter Frankenfeld für eine Live-Vorstellung am Sylvesterabend 500 Euronen hätte verlangen können. Die in der Mühle tun's ja auch. Und wenn Sie mal echte Toulouse-Lautrecs sehen wollen - dafür ist das Moulin Rouge wirklich zu empfehlen!

Lautrec Moulin Rouge

Übrigens ist Fotografieren in diesem Etablissement bei höchster Nichtamüsemangstrafe verboten. Nur um zu unterstreichen, ich welche Gefahr ich mich begeben habe, nur um Ihnen die Showbühen live vor Augen zu halten!

Die Stadt der Hiebe

Frühblick auf die Stadt

Mein Rat an dieser Stelle: fahren Sie niemals, NIEMALS am Tage eines Länderspiels nach Frankreich.
Niemals.
Vor allem nicht nach Paris.
Und vor allem nicht dann, wenn Algerien eines der spielenden Länder ist.
Noch weniger, wenn Frankreich das zweite Land ist.
Sie könnten es teuer bezahlen.
Mit nächtens durchlaufenen Schuhsohlen, da weder Metro noch Taxi fahrtüchtig sind. Mit dem Anblick von brennenden Motorrädern in der Strasse des Hotels Ihres Vertrauens. Mit tösenden Martinshörnern im gesamten Viertel und mit wabernden Wolken von Pfefferspray, dem es egal ist, ob es nun für ihre Nasenlöcher oder doch eher für die der sinnlos randalierenden Araber Algerier gedacht war.
Interessant auch das nicht deutlich zu ortende Geräusch von berstenden Autoscheiben. Berstende Autoscheiben machen ein wirklich, wirklich fieses Geräusch. Die Fiesigkeit des Geräusches wird nur noch verstärkt durch das dringliche Einreden Pariser Automobilisten, die einen noch dringlicher vor dem Weitermarsch in die eingeschlagene Richtung warnen. Dass alle anderen Richtungen schon ausgeschlagen wurden, interessiert sie weniger.
Sollten Sie also so wie ich auf Grosstädte stehen, auf Leben in den Strassen und den Geruch von Multikulturellem - wählen Sie doch einfach eine deutsche Stadt, Köln zum Beispiel. Meines Wissens kann man da sogar nach einem Fussballspiel überleben.

Freitag, 20. November 2009

Unglaublich

aber wahr: ich habe sie überlebt, die Woche!
Fragen Sie nicht wie - freuen Sie sich DASS!
Also, wenn Ihnen danach ist.
Ansonsten nehmen Sie es einfach hin - man wird ja genügsam, mit dem Alter...

Sonntag, 15. November 2009

Vermischtes

Larousse hat Magen.
Und Beine.
Letzteres ist sie selbst Schuld.
Wer musste auch unbedingt dieses blöde Fitness-Abo buchen und es jetzt Cent für Cent abarbeiten? Eben.
Ok, das war ja eigentlich auch das Ziel. Aber mir würde es derzeit schon reichen, könnte ich es wie Buddha halten. Der Weg allein ist schon hart genug. Wenn Sie verstehen, was ich meine.
Ersteres, also Magen, wird in erster Linie verursacht durch das, was gemeinhin als Arbeit bezeichnet wird. Weil die alte Woche sich erst gestern Abend um 22 Uhr verabschiedet hat. Und die Neue sich morgen ab 8 als härter ankündigt, als ich sie packen kann, so gefühlt. Da wird von oben und unten gezerrt, alle wollen sie etwas, meist Dinge, von denen ich noch nicht genau was, WAS genau gewollt wird, auf die ich mich entweder aus zeitlichen oder aus informationstechnischen Gründen nicht vorbereiten kann, und das ist nicht gut, GAR nicht gut.
Darüber hilft auch das von der Direktion angeordnete sogenannte Teambuilding in Paris nicht hinweg. Mit Besuch im Moulin Rouge, am Mittwochabend. Irgendwie fühlt es sich verdammt so an, als hätte Larousse das dann auch mal verdient, nach den letzten Monaten im beruflichen Vollrausch. Vom privaten ganz zu schweigen. Aber helfen - nein, helfen tut's nicht wirklich. Höchstens trösten.
Erst mal muss der Montag überlebt werden - dann werden wir sehen, ob ich es noch schaffe, bis Paris. Ich halte Sie laufend. Wenn ich nicht vorher aussteige.

Freitag, 13. November 2009

Gewinne Gewinne Gewinne

"Im Herbst sollten Sie Ihr Glück beim Spiel versuchen - Gewinne könnten winken!!"
Soso - Glücksspiel also.
Ich sollte ein Los kaufen.
Hm.
Ein Macht- und Arbeitslos will ich nicht, hatte ich schon, da ist die Gewinnchance zu gering. Ein Orientierungslos geht zu schnell verloren, und das Harmlos bringt meist nur langweilige Gewinne. Das Lieblos soll ziemlich einsam machen und das Uferlos klingt mir zu verschwommen.
Hm.
Am liebsten nähme ich ja ein Hemmungslos. Da ist die Überraschung meist am grössten. Dumm nur, dass es das meist nur im Doppelpack mit dem Kopflos gibt, manchmal bekommt man sogar noch ein Bewusstlos gratis obendrauf gepackt.
Dann wohl doch lieber ein Sinnlos.
Das weiss man wenigstens, was man hat.
In diesem Sinne - fröhliche Ziehung!

Mittwoch, 11. November 2009

Drumherum und durch

Aus aktuellem Anlass hier one of my absolut all time favorites:



Ohne ihn würde ich noch heute orientierungs- und ahnungslos durch den Kosmos irren und wüsste nicht mal, ob ich erst drin oder schon durch bin.
Happy birthday!

Maja 2012

- Du, Mama?
- Ja?
- Glaubst Du auch, dass die Welt 2012 untergeht?

- Nein, wieso?
- Weil die Majas das doch so festgelegt haben, der ihr Kalender geht bloss bis 2012.

- Ja, stimmt.
- Glaubst Du, die wussten, dass die Welt da zu Ende ist?

- Keine Ahnung.
- Also, ich glaub das nicht. Ich glaub, die hatten da bloss keine Lust mehr, den Kalender weiterzuschreiben.

Eine Dose ist eine Dose ist eine Dose.



Manche Dinge sollte man eindosen können.
Praktisch wäre das.
Gerüche beispielsweise. Oder Situationen. Emotionelle Momentaufnahmen.
Um sie hervorholen können, wann immer es einen danach verlangt.
Stückchen abzwacken, Dose zu und rein damit, ins Schöne-Erlebnisse-Vorrats-Regal.
Grauer Nieselregentag? Kein Problem - ein Griff ins Regal, und schon taucht man ein in die wunderbare Welt der Erinnungen, in Düfte, Gefühle, Geschmäcker, in Geräusche wie das leise Rascheln von warmer Haut. Oder Lippen. Oder wasauchimmer.
Leere Dosen hätte ich zur Genüge.

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