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Sonntag, 27. September 2009

Frühschicht

"Nee, die Mama kann ich dir nicht geben, die schläft noch, die ist erst um 6 nach Hause gekommen."

Ja, genau, die schläft noch.
Bis jetzt gerade.
Bis Mutter Larousse für irgendeine innerfamiläre Geburtstagsnichtigkeit anruft.
Vielen Dank auch.

Das Kind entschuldigt sich flüsternd bei mir für den grossmütterlichen Appel.
Nettes Kind. Gut erzogen. Ich schiebe ein Augenlid nach oben und suche die Digitalanzeige des Weckers. 12h30. Das macht 6 einhalb Stunden Schlaf, rein rechnerisch. Soweit ich das in meinem Zustand errechnen kann.
Gefühlt sind es jedenfalls deutlich weniger.

Ich fühle in meinen Körper. Die wesentlichen Organe scheinen noch an ihrem Platz zu sein. Für die unzähligen paar Mojitos gestern Abend ist sogar mein Hirn erstaunlich fit. Selbst an die Rückfahrt im Bus erinnere ich mich, auf der Kollege G. freundlicherweise in eine der bereitgelegten Präsenttüten gekübelt hat.
Dass ich mich nicht solidarisch dazugesellt habe, ist wohl einzig und allein der Tatsache zu verdanken, dass er 8 Reihen vor mir sass.
Man kann schliesslich nicht immer nur Pech haben.

Ich wälze mich aus dem noch wunderbar schlafwarmen Bett und wackle auf schmerzenden Füssen durch das Zimmer. Für 3 durchtanzte Stunden in den neuen 10-cm-Absatzstiefeln fühlen die sich erstaunlich unbreiig an. Hinschauen möchte ich dann aber trotzdem nicht. Dazu ist mein Magen noch zu instabil.

Mein Kopf dreht ein wenig und sucht in seinen Windungen, ob sich da nicht das ein oder andere Schämenswerte finden lässt, an das ich mich erinnern müsste.
Fehlanzeige.
Also bis jetzt.
Ich überlege, ob ich nicht auf facebook nach Zeugenfotos ausschau halten soll, verwerfe jedoch den Gedanken schnell wieder. Warum sich unnötig Schmerzen zufügen, wo sich doch soweit alles in Ordnung anfühlt.

Und jetzt entschuldigen Sie mich bitte - ich brauch erst mal einen Kaffee.

Freitag, 25. September 2009

Uniformität

Image-22
Sehen Sie.
Und staunen.
Diese Frau kommt mit einem einzigen Kleid aus.
Ein ganzes Jahr.
Und das auch noch für einen guten Zweck.
Hm.
Ich beginne dann jetzt mal mit dem Ausrümpeln.
Frau muss auch Opfer bringen können.
Schliesslich fordert die Ein-Kleid-Strategie a hell of a lot of shoes and accessories...

Mittwoch, 23. September 2009

Diversitäten

Gestern Los von freundlichem Polizisten kaufen müssen gekauft.
Für lächerliche 74 Euronen.
Dafür durfte ich einmal durch die verbotene Strasse fahren.
Vorher.

Heute 30 Millionen im Lotto verloren.
Gut, dass ich mit dem Ausgeben noch nicht angefangen hatte.
Ausser jetzt vielleicht die Schuhe.
Aber das zält nicht.

2 Wochen Arbeistabstinenz lassen die Mitarbeiter wider gute Hoffnung nicht in neuem Licht erscheinen. Eher in einer Art Sonnenfinsternis.

Beulen können bis zu 1,5 cm vom Rest des Körpers abstehen.
Sogar am Oberschenkel.

Zukunft kann man auch im Kleinen planen. Ich fang jetzt mal mit Wochenenden an. Wird auch Zeit. Nicht wahr, Madame?

Freitag, 18. September 2009

O'zapft is!



Heute früh dann also Blutabnahme.
"Damit wir sicher sind, dass nichts anderes vorliegt!" wie Frau Dr. Wackeldackelkopf mich beruhigen will.
Was soll da schon anderes vorliegen?
Larousse arbeitet seit einem Jahr wie blöd, hatte in der Zeit genau 2 x 1 Woche frei und verbringt letztere mit dem sinnlosen Rumrennen in lateinischen Altbauten.

Herr L wirft mir ein fröhliches "Siehst aber auch echt schlecht aus!" hinterher, als ich um viertel vor 7 das Haus verlasse. Wieso muss Blutabnahme nur immer so verdammt früh sein?

Die freundliche Empfangsschwester reicht mir den Plastikbecher. Scheisse, wieder vergessen, jedesmal das Gleiche - wieso kann ich mir nicht merken, dass das Wort Blutabnahme gleich für mehrere Körperflüssigkeiten gilt? Da ist nix zu holen, war doch grade erst brav zu Hause!
"Wenn Sie mir da bitte ein Pröbchen geben könnten, Frau Larousse..?"
Die Blutsschwester lächelt mich an, als wisse sie die Lottozahlen von morgen.
"Öhm, ich kann jetzt nicht, ich hab grad erst..."
"Nicht schlimm, Sie können's ja später noch vorbeibringen!"
Vorbeibringen.
Janeeisklar.
Ich liebe es, mit hauseigenen Urinproben durch die Gegend zu stiefeln. Wenn jemals eine Urinprobe in jemandes Tasche auslaufen könnte, dann in meiner.
Wie diese Weissbekittelten es schaffen, 24 Stunden am Tag Freundlichkeit zu versprühen, macht mich immer ganz wuschig. Müssten die nicht wie jeder andere Normalsterbliche auch morgens um sieben mit Knitterfalten und Runzelstirn ihre Umwelt angranzen und "auch echt schlecht" aussehen? Bewundernswert, wirklich.
Ich sollte den Beruf wechseln und in de Stand der Ewiglächelnden eintreten. Das passt viel besser zu mir als die Verwaltung jammernder Welpen.

Ich mache es mir auf dem Blutsstuhl so bequem wie möglich und bereite den abnehmenden Arzt auf eine möglche Ohmacht vor, woraufhin dieser mich sofort in die stabile Rückenlage verfrachtet und mir 10 Minuten lang die Vorzüge von Patientinnen wie mir erklärt, die mit Ankündigung "schwach fallen", denn, und überhaupt, man dürfe sich vorher da auch nicht so stressen, schliesslich sei das nur ein kleiner Piekser, da müsse ich doch gar keine Angst haben blablabla.
Das ist mir nach geschätzten hunderttausend Blutabnahmen auch klar, und trotzdem sagt mein Kreislauf immer tschüssdanke wenn er nicht vorher flachgelegt wird.
Hatte ich übrigens erwähnt, dass ich mir über Nacht einen 1-A-steifen Nacken zugelegt habe? Nur für den Fall, dass die im Blut nichts finden.

Schliesslich muss frau vorsorgen.
Sonst hält mich womöglich noch wer für hypochondrisch bekloppt!

Donnerstag, 17. September 2009

Sauvetage

Heute um ein Haar an mir selbst ertrunken.
Gut, dass es noch effiziente In-den-Hintern-Treter gibt.
Mit einem Gespür für's richtige Timing.
Sowas kann Leben retten.
*Schwimmflügel abstreif*

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