"(...) Dabei versinnbildlichen Sie (...) das urschöpferische Prinzip eines kindlichen Wollens, das nicht nach realer Machbarkeit fragt und so entgegen allen Erwartungen Energien mobilisieren kann.(...)"
aus: Der Geburtstag bestimmt den Menschen von Wieland Vagts
Ok, das soll keine Entschuldigung sein. Aber es trifft es schon ziemlich genau.
Oh Mann, jetzt isses also soweit. Als würden die Deutschen die Insel nicht schon genug aufmischen, müssen jetzt auch noch Autobomben explodieren. Ganz toll. Vor allem, wo die Brut grad mutterseelenallein auf der Nachbarinsel verweilt. Gut, statt Mutterseele ist gleich eine doppelte Portion Grosselternseele vor Ort, aber es verursacht trotzdem ein flaues Gefühl in der Magengegend.
Morgen Abend ist zum Glück Heimkehr.
Und das ist gut so.
Hatten Sie's gemerkt? Larousse war verstopft. Also, im Kopf. Ich bin die letzten Wochen mit einem Korken herumgelaufen. Auslandskorken. Rien n'allait plus. Keine Worte kamen mehr raus, nicht mal die allerkleinsten, sie hatten sich hinter dem Korken verschanzt, weil sie es satt hatten, unverstanden in den Weiten der belgischen Ardennen zu verschallen.
Was man gegen Korken tut? Nun, man fährt beispielsweise ein simples kurzes WE nach Deutschland und lässt jemanden an sich vorbeiströmen der - PLOPP - den Korken einfach rauszieht, so, als wär da nichts Grossartiges dabei, es hat noch nicht mal weh getan, eher das Gegenteil. Eine grossartige, rundentkorkende Person.
Und plötzlich fliessen Sie wieder, die Buchstaben. Welche Wohltat! Sie bilden Worte wie "Eiswürfel", "Stroh" oder "Hundeleine". Zugegeben - es ergibt sich nicht immer auch gleich zwingend ein Sinn aus den daraus resultiernden Worten.
Aber erstens stecken die ja auch noch in Kinderschuhen, quasi, die Worte.
Und zweitens ist das nicht mein Problem.
Ok.
Ich gebe es zu.
Ich habe eine Schwäche für Altgeschriebenes.
Andere Leute sammeln Kaffeemühlen, Ü-Ei-Inhalte oder silberne Löffel mit Stadtwappen - Larousse sammelt eben leidenschaftlich SMS.
Die meisten Menschen in meinem Umfeld haben erstaunlicherweise kein Problem damit, in regelmässigen Abständen konsequent all das zu löschen, was da so in ihrem Handy landet. Kein Pardon, keine Sentimenatlität, auf den Knopf gedrückt und ins Klo damit.
Nicht so Larousse.
Sie muss nämlich stöbern können. Ihre Nase tief in die vor langer Zeit zusammengesetzten Worte stecken und deren Duft einatmen.
Gut, dann ist das eben hoffnungslos sentimental. Oder einfach nur bescheuert. Oder was auch immer. Aber ich möchte sie nicht missen, die Worte.
Weil sie zu den Menschen gehören, die sie geschrieben haben.
Die sich so ein bisschen näher anfühlen.
So, die Schafe wären durch. Wusste bisher nicht, dass der Mensch nur eine begrenzte Anzahl an Schafen hat, die er nächtens zählen kann. Nicht, dass es wenige wären, oh nein, es sind sogar eine ganze Menge.
Nur gerade bei mir scheinen sie nicht zu reichen.
Versuch's mit der grauen Farbfläche, stell Sie Dir einfach vor.
Ok, frau will ja nichts unversucht lassen, schliesslich läuft die Zeit bis zum Weckerklingeln erbarmungslos rückwärts. Aber auch der Vorrat an grauen Farbflächen ist schnell aufgebraucht. Genau wie der an schwarzen, gelben und braunen. Grüne wären noch übrig, aber die bewahr ich mir für ein andermal auf. Mal weiss nie, wofür grüne Farbflächen noch gut sein können.
Oder denk an was Schönes
Das schon eher. Da fallen mir sogar ne Menge schöner Sachen ein, an die ich denken könnte. Dumm nur, dass die mich eher wach als schläfrig machen.
Was soll's. Schlaf wird eh überbewertet. Jetzt mach ich mir erst mal'n Kaffee. Sonst werd ich womöglich um 6 noch müde. Und das wollen wir doch nicht.
EDIT 5:04
Ganz klar - ich stelle heute eine neue persönliche Bestzeit im Nichtschlafen auf. Dumm nur, dass ich morgen, also heute - nein, GLEICH wirklich, wirklich viel Arbeit habe.
Ich werde den Italiener wohl doch verklagen müssen. Die 2 Expressi waren mit Sicherheit nicht koffeinfrei. So etwas macht man einfach nicht mit Ü-40ern.
EDIT 7:13
Nein - Schlaf war letzte Nacht Mangelware, war wohl anderweitig beschäftig, der Gute, hat ja auch ne ganze Menge zu tun, auf so ner sich zeitgleich im Dunkel befindenden, kompletten Erdhalbkugel, ermüdend muss das sein für den armen Schlaf, und da hat er halt grad vor meiner Tür ein kurzes Päuschen eingelegt und ist eingenickt.
Blöd jetzt, dass ich genau weiss, dass er allerspätestens um 14 Uhr davon erwacht und sich mich dann vorknöpft. Dank Dir schon jetzt, Schläfchen,
*gähn*
Wussten Sie übrigens, dass wenn 2 Personen einen ganz gewissen Altersunterschied haben, die Quersumme des jeweiligen Alters immer bei beiden die Gleiche bleibt?
Nein?
Jetzt wissen Sie's.
Unwichtig finden Sie?
Faszinierend, finde ich!
Und erstaunlich.
Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Larousse rechenmässig ja eher eine Niete mittelmässig begabt ist.
Zahlen und so. Sie wissen schon.
Ok, schultechnisch bin ich immer irgendwie durchgeflutscht, aber die wirklich einzige und wahre grosse Liebe hat sich zwischen Pi, dem Daumen und mir nie entwickelt.
Bis heute.
Zu allem Übel ist Larousse auch noch Zahlendreherin.
4 und 7 beispielsweise.
4 und 7 geht GAR nicht.
Sie können 4 und 7 auseinanderhalten?
ICH nicht.
Ich meine, sehen Sie doch mal: 4x7, ergibt 28. Genau wie 7x4. Also Deckel wie Pott. Obwohl ich eher vermute, dass es an dem Wortlaut liegt.
VIIIIIER.
SIIIIEBEN.
Sie müssen zugeben, das hört sich verdammt ähnlich an.
Und genau daher neigt Larousse wohl zum Verwechseln der beiden.
"Hey, ich hab auf Dich gewartet um 4!" - "Ich dachte, wir treffen uns erst um 7?"
Mit der Neun könnte ich die Vier nie verwechseln, genausowenig mit der Sechs.
Höchstens vielleicht in einer anderen Sprache, aber das führte hier zu weit.
Wie gesagt, Zahlenniete.
So.
Und wenn SIE mir jetzt auch noch sagen können, wie gross der Altersunterschied sein muss - beeindrucken Sie mich noch mehr als ich dies grad selbst geschafft habe!
Ist schon blöd, wenn man Frühschicht nicht von Spätschicht unterscheiden kann.
Vor allem wenn man früh kommt.
Und spät hat.
Und dann nach Hause kommt und feststellt: Brut 1 hat Kopf.
Und 39 Fieber.
Zum Glück riecht sie nicht nach Schwein.
Arzt ist morgen wohl trotzdem angesagt.
Wenn ich bloss wüsste wann.
Hier läuft grad irgendwas verdammt falsch, wenn Sie mich fragen.
Laroussens sind zum alljährlichen Grossgrillereignis geladen, netter Platz, nette Leute, nette Rettung des schlechtgelaunten Sonntags.
Wenn auch Laroussens durch unproduktives Rumhängen akute Fehlorganisation spät dran sind.
Abbawatsolz, schliesslich ist Sonntag, und Sonntag soll ja gemütlich sein.
15h30. Aufschlag beim Grillplatz.
Beim erstaunlich leeren Grillplatz.
Um nicht zu sagen beim komplett leeren.
Handylarousse: "Hey, wir sind jetzt beim Lagerfeuerplatz - aber hier ist ja keiner mehr, wo seid Ihr denn?!"
"Klar ist da keiner, wir sind zu Hause - das war doch gestern!"
Es ist schwül.
Es ist dunkel.
Es ist... fies.
Wie soll man da nicht nervös durch die Räume tigern, immer den Blick nach draussen, ob sich nicht doch ein Sonnenstrahl auf den laross'schen Balkon verirrt.
Aber nüscht, kein Strahl, noch weniger Sonne, bloss ein paar verwirrte Bienen schwirren herum und suchen nach Farben, gelb, rot, lila, die auf meinem Balkon durch Abwesenheit glänzen.
Wobei mir Bienen noch lieber sind als Wespen.
Haben Sie schon bemerkt, dass Wespen immer besoffen fliegen? Unter 3.0 Promille scheinen die ihren Stock gar nicht erst zu verlassen.
Bssss.
Bienen hingegen, mit ihrem kleinen schicken Pelzch, fliegen zielgerichtet.
Biene, Blume, klare Sache.
Wespen bevorzugen ja Schinken statt Blumen.
Gekochten Schinken. Sie können gerne den Test machen. Muss am Alkohol liegen.
Nee echt, ganz klar ein Tag zum Wuschigsein.